IbetMax Präsentationsreihe · Für Unternehmen
KI-Einführung
im Unternehmen
Vom ersten Use Case zur eigenen KI-Organisation – verantwortungsvoll, Schritt für Schritt.
Claus Günnewig
www.ibetmax.com
Wer steht hier vorne?
Claus Günnewig
Organisation, Prozesse und KI – aus der Praxis für die Praxis.
Über 25 Jahre
Verwaltung, Finanzen, HR und Kommunikation, zuletzt als Prokurist bei Krämer Marktforschung.
KI-Manager (TÜV)
Manager:in für angewandte KI-Transformation, mit Projektarbeit im betrieblichen Umfeld.
Begleitung
Ich begleite inhabergeführte Unternehmen auf dem Weg in die Arbeit mit KI.
Eigene KI-Organisation
Bei IbetMax arbeite ich täglich mit einem eigenen Agenten-Team.
Fahrplan
Was Sie erwartet
Warum jetzt
Zahlen, Erwartungen, Hürden
Der Weg in sechs Schritten
vom Prozess zur Roadmap
Menschen & Organisation
Daten, Change, Kommunikation, Verantwortung
Governance & Recht
Richtlinie, Aufsicht, EU AI Act, DSGVO
Werkzeuge & KI-Organisation
Tools, Projekte, Skills, Agenten
So begleite ich Unternehmen
Praxisbeispiel KI-Arbeitsraum
Kapitel 1
Warum jetzt?
KI ist in der deutschen Wirtschaft angekommen – aber die meisten stehen noch am Anfang.
Kapitel 1 · Lage
Erstmals nutzt die Mehrheit KI
Unternehmen, die KI nutzen
planen oder diskutieren den Einsatz
sehen keine Relevanz – 2024 waren es noch 41 %
der KI-Nutzer schöpfen das Potenzial nach eigener Aussage gar nicht aus
Quelle: Bitkom Research, 603 Unternehmen ab 20 Beschäftigten in Deutschland, befragt Juli/August 2026 (Presseinformation vom 14.09.2026).
Kapitel 1 · Einsatzfelder
Wofür Unternehmen KI einsetzen
Anteil der KI-nutzenden Unternehmen
sehen ihre Wettbewerbsposition verbessert
berichten von schnelleren internen Abläufen
setzen bereits KI-Agenten ein, 29 % planen es
Quelle: Bitkom Research, 603 Unternehmen ab 20 Beschäftigten in Deutschland, befragt Juli/August 2026 (Presseinformation vom 14.09.2026).
Kapitel 1 · Hürden
Was bremst?
Unternehmen ohne KI
Unternehmen mit KI
Die größten Bremsen sind nicht technisch: Wissen, Recht und Vertrauen. Genau dort setzt eine gute Einführung an.
Quelle: Bitkom Research, 603 Unternehmen ab 20 Beschäftigten in Deutschland, befragt Juli/August 2026 (Presseinformation vom 14.09.2026).
Kapitel 1 · Grundverständnis
„KI ist keine Abkürzung für schlechte Prozesse. Ein chaotischer Ablauf wird durch KI nicht besser – er wird nur schneller chaotisch.“
Problem
Was läuft heute mühsam, fehleranfällig, langsam?
Daten
Womit kann die KI überhaupt arbeiten?
Nutzen
Was soll messbar besser werden?
Akzeptanz
Tragen die Menschen die Veränderung mit?
Verantwortung
Wer prüft, wer entscheidet, wer haftet?
Erst wenn diese Fragen beantwortet sind, lohnt sich der Blick auf konkrete Werkzeuge.
Kapitel 1 · Realistisch bleiben
Was KI kann – und was sie nicht garantiert
Generative KI
Erzeugt Entwürfe: Text, Bild, Audio, Code, Video.
Sprachmodelle (LLMs)
Analysieren, zusammenfassen, formulieren – überall, wo mit Text gearbeitet wird.
Multimodale KI
Versteht Text, Bild und Ton zusammen – z. B. Belege, Fotos, Gesprächsnotizen.
Halluzinationen
Überzeugend klingend, aber falsch. Ergebnisse sind Entwürfe, keine Fakten.
Ohne Prüfung
Fehler wandern ungebremst in Dokumente, Mails und Entscheidungen.
Vertrauliche Daten
Was einmal in ein ungeprüftes Tool geladen ist, lässt sich nicht zurückholen.
Kapitel 2
Der Weg in sechs Schritten
Erst Prozess, Ziel und Voraussetzungen – dann das Werkzeug. Schrittweise statt Big Bang.
Kapitel 2 · Animation aus der Wissenskarte
KI-Einführung beginnt beim Prozess
KI-Einführung beginnt beim Prozess
Ausgangsprozess verstehen
Aufgaben, Engpässe und den heutigen Ablauf sichtbar machen.
Ziel bestimmen
Den gewünschten Nutzen und überprüfbare Erfolgskriterien festlegen.
Ressourcen klären
Menschen, Daten, Verantwortung und Voraussetzungen gemeinsam prüfen.
Zielprozess gestalten
Den künftigen Ablauf entwerfen und geeignete Werkzeuge gezielt auswählen.
Abwägen und planen
Chancen und Risiken prüfen und die kontrollierte Umsetzung vorbereiten.
Kapitel 2 · Roadmap
Die sechs Schritte im Überblick
Die Reihenfolge ist der eigentliche Punkt: Wer mit der Tool-Auswahl beginnt, überspringt genau die Schritte, die über Erfolg oder Scheitern entscheiden.
Schritt 1 von 6
Ausgangsprozess verstehen
Bevor über KI gesprochen wird, muss der heutige Ablauf auf dem Tisch liegen.
Leitfragen
- Welcher Prozess soll verbessert werden?
- Wie läuft er heute – wer macht was, womit?
- Wo entstehen Aufwand, Fehler, Wartezeiten oder Medienbrüche?
Beispiel: Angebotsanfrage heute
Erst sichtbar machen, dann verbessern: Wo entstehen Aufwand, Fehler, Wartezeiten?
Schritt 2 von 6
Ziel & KI-Anwendung definieren
Erst das Ziel, dann die Technologie – nicht umgekehrt.
Was soll besser werden?
Mit überprüfbaren Erfolgskriterien: „Angebote in 24 statt 72 Stunden“ statt „schneller werden“.
Welche Art von KI passt?
Schritt 3 von 6
Ressourcen & Voraussetzungen
Ein realistischer Blick auf das, was vorhanden ist – und was fehlt.
Daten
vorhanden, vollständig, aktuell, rechtlich nutzbar?
Technik
Systeme, Schnittstellen, Zugänge, Lizenzen
Budget
Lizenzen, Integration, Datenaufbereitung, Schulung
Zeit
Wer hat im Alltag wirklich Kapazität?
Kompetenzen
Wissen im Team, Lernbereitschaft, Multiplikatoren
Unterstützung
externe Begleitung und klare Zuständigkeiten
Größte Kostentreiber laut Bitkom: Infrastruktur/Cloud (51 %), Datenaufbereitung (50 %), Integration (41 %) – nicht die Lizenzen.
Schritt 4 von 6
Zielprozess mit KI gestalten
Der neue Ablauf wird bewusst entworfen – mit dem Menschen an den richtigen Stellen.
Leitfragen
- Welche Schritte entfallen, was wird vereinfacht?
- Wo bleibt der Mensch bewusst eingebunden?
- Welche Entscheidung darf KI unterstützen – aber nicht allein treffen?
Beispiel: Angebotsanfrage morgen
Der Mensch bleibt dort, wo Wissen, Haftung und Beziehung entscheiden.
Schritt 5 von 6
Chancen & Risiken abwägen
Beides gehört auf den Tisch – ehrlich und dokumentiert.
Chancen
- Effizienz und Zeitgewinn
- Bessere, gleichmäßigere Qualität
- Entlastung von Routinearbeit
- Neue Services für Kunden
- Bessere Entscheidungsgrundlagen
Risiken
- Datenschutz und Vertraulichkeit
- Fehlende Akzeptanz im Team
- Fehlentscheidungen und Bias
- Falsche oder heimliche Nutzung
- Unklare Verantwortung
Schritt 6 von 6
Roadmap zur Umsetzung
Schrittweise statt Big Bang – mit Kontrolle in jeder Phase.
Jede Phase hat ein Ziel und ein Kriterium für den nächsten Schritt.
Jede Phase hat Verantwortliche – namentlich, nicht „die IT“.
Jede Phase darf scheitern – lieber früh stoppen als teuer ausrollen.
Kapitel 2 · Werkzeug
Der KI-Use-Case-Canvas
Eine Seite, sechs Felder – jeder Anwendungsfall wird gleich strukturiert bewertet.
Ausgangsprozess
Ablauf, Beteiligte, Engpässe
Ziel & KI-Anwendung
Nutzen, KPI, Art der KI
Ressourcen
Daten, Technik, Budget, Team
Zielprozess
neuer Ablauf, Prüfpunkte
Chancen & Risiken
Bewertung, Maßnahmen
Roadmap
Pilot, Termine, Verantwortliche
Kapitel 2 · Auswahl
Use Cases priorisieren
Angebotsentwürfe aus Anfrage und Preisliste
Besprechungsprotokolle und Aufgabenlisten
Absatzprognose aus Warenwirtschaftsdaten
Social-Media-Posts „weil man das so macht“
Beispiele zur Veranschaulichung – die Einordnung hängt vom Unternehmen ab.
Kapitel 2 · Auswahl
Der richtige Einstiegs-Use-Case
Nicht der spektakulärste gewinnt, sondern der mit dem besten Verhältnis aus Nutzen und Beherrschbarkeit.
Hoher Nutzen
für Team oder Kunden spürbar
Überschaubar
geringe bis mittlere Komplexität
Messbar
vorher/nachher vergleichbar
Beherrschbare Risiken
keine Hochrisiko-Entscheidungen
Klare Datenbasis
Daten liegen vor und dürfen genutzt werden
Motivierte Fachabteilung
Menschen, die es wirklich wollen
Kapitel 2 · Ideen
Typische Einstiege nach Bereich
Kundenservice
Antwortentwürfe, FAQ, Zusammenfassung langer Mailverläufe
Vertrieb
Angebotsentwürfe, Gesprächsvorbereitung, Nachfass-Mails
Marketing
Texte, Bildideen, Newsletter – im eigenen Ton
Buchhaltung
Belege auslesen, Zahlungsabgleich vorbereiten
Personal
Stellenanzeigen, Onboarding-Unterlagen – keine KI-Bewerberauswahl ohne Prüfung (Hochrisiko)
Wissen
internes Nachschlagewerk aus eigenen Dokumenten (RAG)
Kapitel 2 · Einstieg
Pilot statt Big Bang
Klein anfangen
- Ein Use Case, ein Team, ein klarer Zeitraum
- Ziele und Messgrößen vorher festlegen
- Ergebnisse dokumentieren – auch die schlechten
- Erst dann über den nächsten Schritt entscheiden
Shadow Mode
Die KI übernimmt erst Verantwortung, wenn sie sich unter echten Bedingungen bewährt hat.
Kapitel 2 · Messen
Woran Sie den Erfolg messen
Vorher messen, nachher messen. Ohne Ausgangswert gibt es keinen Erfolg – nur ein Gefühl.
Kapitel 3
Menschen & Organisation
Vier Themen laufen in jeder Phase mit – von der ersten Idee bis zum laufenden Betrieb.
Kapitel 3 · Überblick
Vier Themen, die überall mitlaufen
Einführung
Kapitel 3 · Daten
Ohne passende Daten keine brauchbare KI
Leitfragen
- Sind passende Daten vorhanden – vollständig, aktuell, rechtlich nutzbar?
- Sind personenbezogene Daten im Spiel?
- Wo liegen die Daten, wer darf zugreifen?
Namen werden durch Kennungen ersetzt. Mit dem Schlüssel ist die Zuordnung weiter möglich – es bleiben personenbezogene Daten.
Der Personenbezug wird dauerhaft entfernt. Eine Rückverfolgung ist nicht mehr möglich.
Die Datenlage entscheidet früh über Erfolg oder Frust – und ist laut Bitkom einer der größten Kostentreiber.
Kapitel 3 · Change
KI verändert Arbeit
Früh mitnehmen
Mitarbeitende einbinden, bevor Entscheidungen fallen.
Ängste ernst nehmen
Nutzen konkret erklären – am eigenen Arbeitsplatz, nicht abstrakt.
Kompetenz aufbauen
Schulungen und AI Literacy – Pflicht nach Art. 4 EU AI Act.
Multiplikatoren
Interne KI-Botschafter, die Fragen beantworten und Mut machen.
schätzen die KI-Kompetenz ihrer Beschäftigten als gering ein
bieten inzwischen KI-Schulungen an – nur 11 % für alle
der KI-Nutzer nennen fehlende Akzeptanz im Team als Hürde
Quelle: Bitkom Research, 603 Unternehmen ab 20 Beschäftigten in Deutschland, befragt Juli/August 2026 (Presseinformation vom 14.09.2026).
Kapitel 3 · Kommunikation
Transparenz statt stiller Einführung
Wer überrascht wird, vertraut nicht. Wer muss informiert oder eingebunden werden?
Kapitel 3 · Mitbestimmung
Betriebsrat und Beschäftigte einbinden
Technische Überwachung
Systeme, die Verhalten oder Leistung auswerten können, sind mitbestimmungspflichtig (§ 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG).
Frühzeitig unterrichten
Bei Planung neuer Technik und Arbeitsabläufe rechtzeitig informieren und beraten (§ 90 BetrVG).
Sachverstand
Der Betriebsrat kann bei KI-Themen Sachverständige hinzuziehen (§ 80 Abs. 3 BetrVG).
Hochrisiko-KI
Vor dem Einsatz am Arbeitsplatz müssen Arbeitnehmervertretung und Beschäftigte informiert werden (Art. 26 EU AI Act).
Keine Rechtsberatung – Orientierung zur Vorbereitung auf das Gespräch mit Datenschutz, Betriebsrat und Rechtsberatung.
Kapitel 3 · Verantwortung
Kein „das hat die KI entschieden“
KI-Ergebnisse brauchen Verantwortliche aus Fleisch und Blut.
Wer haftet?
Wer trägt Verantwortung, wenn ein Ergebnis falsch ist?
Wer prüft?
Wie und von wem werden Ergebnisse vor der Weitergabe geprüft?
Welche Regeln?
Was ist erlaubt, was tabu – und wo steht das?
Wie fair?
Wie werden Fairness, Sicherheit und Nachvollziehbarkeit gesichert?
Kapitel 4
Governance & Recht
Klare Regeln statt nur Begeisterung – Richtlinie, Aufsicht, EU AI Act und DSGVO.
Kapitel 4 · Governance
Was KI-Governance bedeutet
Nicht Bürokratie, sondern vier Bausteine, die Vertrauen schaffen.
Verantwortlichkeiten
Wer entscheidet, wer prüft, wer ist Ansprechpartner?
Richtlinien
Was ist erlaubt – Tools, Daten, Kennzeichnung, Freigaben?
Kontrolle
Prüfpunkte im Prozess, Vier-Augen-Prinzip, Freigaben
Monitoring
Laufend beobachten: Qualität, Fehler, neue Risiken
Kapitel 4 · Richtlinie
Die KI-Nutzungsrichtlinie
Sie beantwortet die Alltagsfragen, bevor sie entstehen.
Leitfragen
- Welche Tools sind erlaubt?
- Welche Daten dürfen verwendet werden – und welche sind tabu?
- Wann müssen KI-Ergebnisse gekennzeichnet werden?
- Wo ist menschliche Prüfung verpflichtend?
- Welche Freigaben gelten vor der Weitergabe?
Daten-Ampel für den Alltag
Kapitel 4 · Aufsicht
Human in the Loop: der Mensch entscheidet
Prüfen vor Weitergabe
Qualitätsprüfung vor jeder Weitergabe von Ergebnissen
Unterstützen, nicht entscheiden
KI bereitet vor – entscheiden tut der Mensch
Transparenz
Es ist nachvollziehbar, wo KI im Einsatz ist
Dokumentation
Ergebnisse und Entscheidungswege werden festgehalten
Kapitel 4 · Fairness
Bias & Fairness
Wie Bias entsteht
- Verzerrte oder unvollständige Trainingsdaten
- Einseitige Beispiele aus der Vergangenheit
- Fehlende Perspektiven bei Entwicklung und Test
Mögliche Folgen
- Benachteiligung einzelner Gruppen
- Falsche oder unfaire Bewertungen
- Einseitige, schwer erkennbare Entscheidungen
Wirksame Maßnahmen
- Diverse und geprüfte Datenbasis
- Regelmäßige Prüfung der Ergebnisse
- Klare Verantwortung, diverse Perspektiven im Team
Kapitel 4 · EU AI Act
Der EU AI Act – was wann gilt
Gilt für alle, die KI in der EU anbieten oder beruflich nutzen – unabhängig von der Unternehmensgröße.
In Kraft
Das Gesetz tritt in Kraft.
Verbote + KI-Kompetenz
Verbotene Praktiken; Pflicht, KI-Kompetenz zu fördern.
Basismodelle
Regeln für große KI-Modelle (GPAI).
Transparenz
Gesetz gilt weitgehend; Transparenzpflichten.
Kennzeichnung
Maschinenlesbare Kennzeichnung KI-generierter Inhalte (Übergang).
Hochrisiko
Pflichten für Hochrisiko-KI (Anhang III), verschoben durch den „Digital Omnibus“.
Produkte
Hochrisiko-KI in regulierten Produkten.
Bitkom: 37 % der Unternehmen rechnen damit, als Nutzer betroffen zu sein – 89 % davon erwarten hohen Aufwand.
Stand Oktober 2026, inkl. „Digital Omnibus“ (Amtsblatt der EU, 24.07.2026). Quellen: Future of Privacy Forum; Bitkom 2026.
Kapitel 4 · EU AI Act
Vier Risikoklassen
Unannehmbar · verboten
Social Scoring, manipulative KI, Emotionserkennung am Arbeitsplatz
Hohes Risiko · strenge Pflichten
Bewerberauswahl, Leistungsbewertung, Kreditwürdigkeit, kritische Infrastruktur
Begrenztes Risiko · Transparenz
Chatbots, Deepfakes, KI-generierte Inhalte
Minimales Risiko · keine Pflichten
Spamfilter, Rechtschreibhilfe, Textentwürfe für den internen Gebrauch
Für die meisten Einstiege gilt
Textentwürfe, Zusammenfassungen, Recherche und Automationen liegen meist im minimalen oder begrenzten Risiko.
Vorsicht im Personalbereich: KI, die Bewerbungen filtert oder Beschäftigte bewertet, ist Hochrisiko.
Kapitel 4 · EU AI Act
Anbieter oder Betreiber?
Wer KI-Tools im eigenen Unternehmen nutzt, ist in aller Regel Betreiber – nicht Anbieter.
Für alle: KI-Kompetenz
Beschäftigte, die mit KI arbeiten, werden befähigt (Art. 4) – seit Februar 2025.
Für alle: Transparenz
Deepfakes und KI-Texte zu Themen öffentlichen Interesses kennzeichnen (Art. 50).
Bei Hochrisiko-KI
Nach Gebrauchsanweisung nutzen, menschliche Aufsicht durch geschulte Personen, Eingabedaten prüfen, Protokolle mind. 6 Monate aufbewahren, Beschäftigte informieren (Art. 26).
Keine Rechtsberatung – Orientierung zur Vorbereitung auf das Gespräch mit Datenschutz, Betriebsrat und Rechtsberatung.
Kapitel 4 · Datenschutz
DSGVO & KI: die sechs Prüfpunkte
Datenschutz ist bei Bitkom die Hürde Nummer eins der KI-Nutzer (66 %).
Rechtsgrundlage
Auf welcher Grundlage werden personenbezogene Daten verarbeitet? (Art. 6)
Auftragsverarbeitung
Vertrag mit dem Anbieter (AVV), kein Training mit Ihren Daten (Art. 28)
Datenübermittlung
Server außerhalb der EU? Angemessenheit prüfen (Art. 44 ff.)
Folgenabschätzung
Bei hohem Risiko eine Datenschutz-Folgenabschätzung (Art. 35)
Informieren
Betroffene über den KI-Einsatz informieren (Art. 13/14)
Keine Automatik
Keine rein automatisierten Entscheidungen mit Rechtswirkung (Art. 22)
Keine Rechtsberatung – Orientierung zur Vorbereitung auf das Gespräch mit Datenschutz, Betriebsrat und Rechtsberatung.
Kapitel 4 · Sicherheit
Schatten-KI und Sicherheit
Schatten-KI
Mitarbeitende nutzen private KI-Konten – mit Firmendaten, ohne Vertrag, ohne Wissen der Führung.
Prompt Injection
Versteckte Befehle in Mails, Dokumenten oder Websites bringen KI-Assistenten dazu, Falsches zu tun.
Datenabfluss
45 % der KI-Nutzer fürchten, dass Firmendaten in falsche Hände geraten.
Was hilft
- Freigegebene Business-Tools statt Verbot – sonst wird heimlich genutzt
- Klare Richtlinie und Daten-Ampel
- Schulung: Was gehört nicht in eine KI?
- Agenten nur mit minimalen Rechten
- Ausgaben prüfen, bevor etwas nach außen geht
Kapitel 4 · Sicherheit
Konten absichern – auch die KI-Konten
Passwortrichtlinie
lang statt kompliziert, Passwortmanager für alle, kein Zwangswechsel ohne Anlass
Zwei-Faktor-Pflicht
für Mail, Cloud, Buchhaltung und KI-Tools – Passkeys, wo möglich
Admin-Konten
getrennte Admin-Zugänge, wenige Personen, besonders geschützt
Schulung
KI macht Phishing perfekt: Rückruf über bekannte Nummer bei Eile und Geld
Kapitel 5
Werkzeuge & KI-Organisation
Vom einzelnen Prompt zur Organisation mit Projekten, Skills und Agenten.
Kapitel 5 · Werkzeuge
Business-Versionen statt Privatkonten
ChatGPT
Business / Enterprise
Claude
Team / Enterprise
Microsoft 365 Copilot
in Word, Excel, Outlook, Teams
Gemini
in Google Workspace
Le Chat
Mistral AI, Anbieter aus der EU
Eigene Lösung
über Schnittstelle oder lokal
Worauf Sie achten sollten
- Vertrag zur Auftragsverarbeitung
- Kein Training mit Ihren Daten
- Zentrale Verwaltung von Nutzern und Rechten
- Anmeldung mit Firmenkonto (SSO)
- Datenstandort und Speicherdauer
- Passt zu den Werkzeugen, die Sie schon nutzen
Stand Oktober 2026; Tarifnamen und Leistungen ändern sich häufig – vor dem Kauf aktuell prüfen.
Kapitel 5 · Prompting
Vom Prompt zur Prozessveränderung
Nur die Aufgabe, ohne Beispiele – gut für klare, gängige Aufgaben wie Zusammenfassungen.
Mit einigen Beispielen – deutlich treffsicherer bei Format, Ton und Struktur.
Nachhaltiger Nutzen entsteht erst, wenn gute Prompts in Abläufe, Rollen und Prüfungen eingebettet werden.
Kapitel 5 · Ordnung
Die Projektzentrale
Ein Link im Chat ist im nächsten Chat vergessen – eine Datei im Projektordner nicht.
Ordnerstruktur
Firma/ ├─ 00_System/ │ ├─ projektregister.md │ └─ vorlagen/ ├─ Inhaber/ ├─ Partnerin/ ├─ Gemeinsam/ │ └─ G26001_Website/ │ ├─ PROJEKT.md │ ├─ ENTSCHEIDUNGEN.md │ ├─ ARBEITSPLAN.md │ └─ MEILENSTEINE.md └─ Archiv/
Feste Nummern
Jedes Projekt hat eine Nummer, die nie geändert oder neu vergeben wird.
Einfache Textdateien
Markdown-Dateien kann jede KI lesen – heute Claude, morgen ein anderes Werkzeug.
Praxisbeispiel Mission Control
So steuere ich alle IbetMax-Projekte – mit Status, nächstem Schritt und Entscheidungslog.
Kapitel 5 · Wiederholbarkeit
Skills und Playbooks
Beispiel: Skill „projektstart“
Name: projektstart Nutzen bei „neues Projekt“, „Projektstart“ 1. Wer legt an? Inhaber, Partnerin oder gemeinsam 2. Nächste freie Nummer aus dem Projektregister 3. Grundfragen – eine nach der anderen: Name · Ziel · Wann fertig? · Deadline · Priorität „Noch unklar“ ist gültig – nichts erfinden 4. Datenschutz: keine Kundennamen in Ordnernamen 5. Ordner + PROJEKT.md, ENTSCHEIDUNGEN.md, ARBEITSPLAN.md anlegen, Register ergänzen 6. Zusammenfassen, nächsten Schritt nennen
Skill
Eine feste Anleitung, die die KI immer gleich abarbeitet.
Playbook
Beschreibt einen wiederkehrenden Ablauf: Zweck, Auslöser, Schritte, Ergebnis, beteiligte Agenten.
Der erste Skill
Oft ein Projektstart – damit ist er beim ersten Projekt gleich getestet.
Kapitel 5 · Agenten
Agenten sind Rollen, keine Zauberei
Ein Agent hat einen klaren Auftrag, einen Auslöser, Rechte – und immer einen Menschen, der freigibt.
Grün
liest und schlägt vor
z. B. Recherche, Zusammenfassung, AbgleichGelb
erstellt Entwürfe, ein Mensch gibt frei
z. B. Antwortmail, Angebotsentwurf, ProtokollRot
handelt selbstständig
kommt zum Start nicht vorKapitel 5 · Agenten
Das Agententeam wächst in Phasen
Organisation
Eine HR-Agentin bespricht neue Agenten mit dem Inhaber, hält Rollen fest, verhindert Überschneidungen.
Alltagshelfer
Texte, Protokolle, Unterlagen, Termine
Abgleich & Berichte
Daten abgleichen, Berichte, Content
Persönliche Assistenz
eine Assistenz je Person
Bei IbetMax: Zoe (HR), Mona (Assistenz), Max (öffentliche Stimme), Mother (Projektüberblick) und weitere – jede Rolle mit Akte und Freigabe.
Kapitel 5 · Wissen
Eigenes Wissen nutzen: RAG und Cockpit
RAG – KI mit Ihrem Wissen
Die KI schlägt erst in Ihren Dokumenten nach – Preislisten, Handbücher, Verträge – und antwortet mit Quelle. So wird aus „klingt gut“ ein „steht so in Abschnitt 4“.
Datenfundament & Cockpit
Zielbild: eine geschützte Datenbasis und ein persönliches Tages-Cockpit je Rolle, das zeigt, was heute wichtig ist, und Routinearbeit per Klick vorbereitet.
Kapitel 6
So begleite ich Unternehmen
Ein Praxisbeispiel: vom persönlichen Gespräch zum eigenen KI-Arbeitsraum.
Kapitel 6 · Animation aus der Wissenskarte
In fünf Etappen zur eigenen KI-Organisation
In fünf Etappen zur eigenen KI-Organisation
Persönliches Gespräch
3–5 Stunden gemeinsam: Grundlagen verständlich erklärt (LLM, Skill, Agent, Prozess, Artefakt) und das erste Setup direkt eingerichtet.
Analysen & Vorschläge
Ein eigener KI-Arbeitsraum mit Fakten, Abläufen, Wissen, Agenten, Playbooks, Ideen und einer 90-Tage-Roadmap.
Mail mit ersten Schritten
Eine kurze Anleitung zum Selbermachen – passend zum Wissensstand, z. B. erster Skill, erstes Projekt mit Ordner und Projektdateien.
Selbst ausprobieren
Das Unternehmen setzt die ersten Schritte selbst um. Fragen landen direkt im eigenen Projektraum.
Follow-up
Gemeinsamer Blick auf das Erreichte, Erklärung der nächsten Schritte – zum Beispiel die erste Agentin. So wächst die Organisation in kleinen Prozessen.
Etappe 1
Das persönliche Gespräch
Drei bis fünf Stunden: Schulung und Einrichtung zugleich.
Aus einem echten Beratungsgespräch. Fotos: privat, mit Einverständnis.
Die Bausteine, am eigenen Beispiel erklärt
Wer die Bausteine versteht, kann sie selbst kombinieren. Ordner und Projekte werden direkt angelegt.
Etappe 2
Was im KI-Arbeitsraum steckt
Verstehen
Fakten, Abläufe mit KI-Potenzial je Schritt, Außenauftritt, Marktvergleich
Lernen
Branchenwissen als Lernkurs, Glossar, Leitplanken, Vibe Coding
Gestalten
Agententeam, Playbooks, Ideen-Pool, Software, Datenfundament
Planen
offene Fragen, Interview-Leitfäden, Roadmap für 90 Tage
Zahlen aus bisherigen Beratungsprojekten, gerundet.
Etappe 2 im Detail · Animation aus der Wissenskarte
So entsteht der KI-Arbeitsraum
So entsteht der KI-Arbeitsraum
Auftrag & Rollen klären
Wer entscheidet, wer begleitet, was ist das Ziel? Der Inhaber entscheidet – die Beratung hat im Unternehmen keine Rolle.
Recherche-Agenten parallel
Mehrere KI-Agenten recherchieren gleichzeitig: Firma, Abläufe, Markt, Recht, Wettbewerb, Software und Infrastruktur – jeweils mit Quellen.
Texte und Daten trennen
Seiten entstehen als Markdown, Agenten, Ideen und Fragen als strukturierte Daten. Ein kleiner Generator baut daraus die Webseiten.
Agenten & Playbooks
Ein Agententeam in Phasen, mit Rechte-Ampel und Freigabe durch den Menschen, dazu feste Abläufe für wiederkehrende Aufgaben.
Fragen & Roadmap
Offene Fragen an das Unternehmen und ein 90-Tage-Plan: Verstehen, Pilotieren, Ausrollen.
Bilder & Design
Titelbilder per Grafikauftrag, Material im Corporate Design des Unternehmens.
Prüfen & übergeben
Volltextprüfung, Ansicht auf Desktop und Handy, Links, Status je Seite – dann Übergabe per Direktlink.
Etappe 3 & 4
Erste Schritte zum Selbermachen
Eine kurze Mail mit Aufgaben, passend zum Wissensstand – das Unternehmen setzt sie selbst um.
Arbeitsraum durcharbeiten
in Ruhe lesen: Was passt, was fehlt?
Projektzentrale anlegen
Ordner mit Bereichen je Person
Ersten Skill bauen
Projektstart-Skill als ZIP hochladen
Erstes Projekt anlegen
mit dem neuen Skill – gleich getestet
Projektraum eröffnen
Projekt in Claude oder ChatGPT, Ordner freigeben
Wissen hinterlegen
Arbeitsraum als Wissensdatei ablegen
Etappe 5 · Follow-up
Klein anfangen: die 90-Tage-Roadmap
Verstehen
Abläufe, Daten, Menschen – und die ersten eigenen Schritte
Pilotieren
ein Use Case, oft die erste Agentin oder ein Helfer mit großem Alltagsnutzen
Ausrollen
was funktioniert, wird Routine – und das Team führt es selbst weiter
Woran wir Fortschritt messen
Verantwortung
Leitplanken, die immer gelten
Vertraulichkeit
- Keine Kundendaten, keine Konditionen, keine Personalthemen im Arbeitsraum
- Beispieldaten im Cockpit sind erfunden
- Arbeitsräume sind für Suchmaschinen gesperrt, nur per Direktlink
- Rechtliches immer mit Hinweis „keine Rechtsberatung“
Der Mensch entscheidet
- Der Inhaber entscheidet über jeden neuen Agenten
- Fakten mit Quelle, Einschätzungen gekennzeichnet
- Nichts geht ungeprüft nach außen
- Die Beratung begleitet – sie übernimmt keine Rolle im Unternehmen
Selbsttest
Bereit für den ersten KI-Use-Case?
Zehn Punkte – je mehr Haken, desto reibungsloser der Pilot.
- ✓Ein konkreter Prozess ist ausgewählt.
- ✓Der Nutzen ist messbar.
- ✓Die Datenlage ist geprüft.
- ✓Datenschutz und Vertraulichkeit sind geklärt.
- ✓Zuständigkeiten sind definiert.
- ✓Mitarbeitende werden früh eingebunden.
- ✓Risiken und Grenzen sind dokumentiert.
- ✓Der Pilot startet ohne große Systemabhängigkeiten.
- ✓Menschliche Prüfung bleibt vorgesehen.
- ✓Monitoring und Verbesserung sind eingeplant.
Zum Schluss
KI einführen heißt Veränderung gestalten.
Der beste KI-Use-Case ist nicht der spektakulärste, sondern der, der echten Nutzen schafft, verstanden wird und verantwortungsvoll betrieben werden kann.
Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit
Lassen Sie uns über Ihren ersten Use Case sprechen.
Claus Günnewig
www.ibetmax.com