KI & AI Hub · Praxiswissen für Sprachmodelle

LLM-Kompass: Prompts, Workflows,
Skills & Konnektoren

Richtig arbeiten mit Sprachmodellen wie Claude, ChatGPT und Gemini.

Sprachmodelle wie Claude, ChatGPT oder Gemini sind mehr als digitale Chatfenster. Richtig eingesetzt werden sie zu Denkpartnern, Strukturhelfern, Schreibassistenten, Recherchewerkzeugen und Workflow-Bausteinen. Dieser LLM-Kompass erklärt verständlich, was Large Language Models sind, wie gute Prompts aufgebaut werden, wie man mit Markdown-Dateien, Skills und Konnektoren arbeitet und wie daraus produktive KI-Workflows entstehen.

KI ist kein Autopilot, sondern ein leistungsfähiger Copilot — wenn Auftrag, Kontext und Kontrolle stimmen.

01 Grundlagen

Was ist ein LLM?

LLM steht für Large Language Model — ein großes Sprachmodell. Es verarbeitet Sprache, erkennt Muster und erzeugt daraus Texte, Strukturen, Zusammenfassungen, Code, Ideen und Analysen.

Es „denkt" nicht wie ein Mensch

Ein LLM erzeugt Antworten auf Basis gelernter Muster, des gegebenen Kontexts und von Wahrscheinlichkeiten — nicht durch Verstehen oder Bewusstsein. Es rechnet, welches Wort als Nächstes am plausibelsten ist.

Qualität hängt vom Input ab

Gute Ergebnisse entstehen aus klarem Ziel, gutem Kontext, sauberen Daten und anschließender Prüfung. Vage Eingaben führen zu vagen, oft oberflächlichen Antworten.

Modell ≠ Arbeitsumgebung

Ein reines Sprachmodell antwortet aus seinem Training. Eine produktive Arbeitsumgebung erweitert es um Werkzeuge: Dateien, Webzugriff, Suche oder Konnektoren — und wird damit deutlich leistungsfähiger.

Wichtige Begriffe — verständlich erklärt

Sprachmodell

Ein KI-System, das auf großen Textmengen trainiert wurde, um Sprache zu verstehen und neu zu erzeugen.

Token

Die kleinste Verarbeitungseinheit. Ein Wort besteht oft aus mehreren Token. Modelle „rechnen" in Token, nicht in Buchstaben.

Kontextfenster

Die Menge an Text, die ein Modell gleichzeitig „im Blick" hat. Ist es voll, geht älterer Kontext verloren.

Prompt

Die Eingabe oder Anweisung an das Modell — die Frage, der Auftrag oder das Material, mit dem es arbeiten soll.

System Prompt Grundanweisung

Eine übergeordnete Anweisung, die Rolle, Regeln und Verhalten des Modells für die gesamte Sitzung festlegt.

Ausgabeformat

Die gewünschte Form der Antwort: Fließtext, Liste, Tabelle, JSON, Überschrift plus Bullets — vorab klar benennen.

Halluzination

Eine Antwort, die überzeugend klingt, aber sachlich falsch oder erfunden ist. Darum gilt immer: prüfen.

Grounding Grounded LLM

Das Stützen der Antwort auf bereitgestellte Quellen, Dokumente oder Suchergebnisse statt nur auf Modellwissen.

Multimodalität

Die Fähigkeit, nicht nur Text, sondern auch Bilder, Dokumente, Audio oder Daten zu verarbeiten.

Agent / KI-Agent

Ein System, das nicht nur antwortet, sondern Schritte plant, Werkzeuge nutzt und Teilaufgaben eigenständig ausführt.

Human-in-the-loop

Der Mensch bleibt eingebunden: prüft, bewertet und gibt frei. KI unterstützt, der Mensch entscheidet.

02 Stärken & Grenzen

Was LLMs gut können — und was nicht

Sprachmodelle sind stark bei Sprache, Struktur und Ideen. Bei Fakten, Aktualität und Verantwortung haben sie klare Grenzen. Wer beides kennt, setzt sie richtig ein.

Gut geeignet für
  • Texte formulieren und verbessern
  • Komplexe Themen einfach erklären
  • Inhalte strukturieren und gliedern
  • Zusammenfassungen erstellen
  • Ideen entwickeln und Varianten durchspielen
  • Code erklären oder vorbereiten
  • Tabellen, Konzepte und Gliederungen entwerfen
  • Workflows planen
  • Fragen an Dokumente stellen
  • Rollen- oder Perspektivwechsel simulieren
  • Qualitätschecks vorbereiten
Grenzen
  • Antworten können falsch oder unvollständig sein
  • Aktuelle Informationen können fehlen, wenn kein Webzugriff vorhanden ist
  • Quellen müssen geprüft werden
  • Vertrauliche Daten dürfen nicht unbedacht eingegeben werden
  • Rechtliche, medizinische oder finanzielle Aussagen brauchen Fachprüfung
  • Ein LLM ersetzt keine Verantwortung und keine Freigabe durch den Menschen

Merksatz

KI ist kein Autopilot. Sie ist ein leistungsfähiger Copilot — wenn Auftrag, Kontext und Kontrolle stimmen.

03 Haltung

Der richtige Umgang mit Sprachmodellen

Der Unterschied zwischen frustrierenden und nützlichen Ergebnissen liegt selten am Modell — sondern am Auftrag. Je klarer die Eingabe, desto belastbarer die Antwort.

Schlecht

„Mach mal einen Text über KI."

Besser

„Du bist KI-Trainer. Erkläre einem mittelständischen Unternehmen in 800 Zeichen, warum gute Prompts wichtig sind. Schreibe verständlich, ohne Hype, mit drei konkreten Beispielen."

Die Bausteine guter Arbeit

Ziel klären

Was soll am Ende herauskommen — und wofür?

Rolle definieren

Aus welcher Perspektive soll das Modell antworten?

Kontext geben

Hintergrund, Material und Rahmenbedingungen mitliefern.

Zielgruppe nennen

Für wen ist das Ergebnis gedacht?

Format festlegen

Liste, Tabelle, Fließtext, Länge, Struktur.

Tonalität beschreiben

Seriös, locker, sachlich, werblich?

Beispiele liefern

Ein gutes Muster sagt mehr als zehn Erklärungen.

Grenzen setzen

Was vermieden werden soll — Hype, Floskeln, Garantien.

Prüfkriterien definieren

Woran erkennst du, dass das Ergebnis gut ist?

Iterativ verbessern

Nachschärfen statt alles neu — Schritt für Schritt.

04 Prompt-Baukasten

Aufbau guter Prompts

Ein guter Prompt ist wie ein gutes Briefing: Je klarer die Bausteine, desto besser das Ergebnis. Du brauchst nicht jeden Baustein immer — aber je wichtiger die Aufgabe, desto mehr lohnt sich Sorgfalt.

1

Rolle

Aus welcher Sicht? „Du bist Produkt-Marketing-Manager."

2

Kontext

Hintergrund und Material zur Aufgabe.

3

Aufgabe

Was genau soll getan werden?

4

Zielgruppe

Für wen ist das Ergebnis bestimmt?

5

Format

Überschrift, Bullets, Tabelle, Länge.

6

Tonalität

Seriös, vertrauenswürdig, sachlich …

7

Beispiele

Muster oder Referenzen mitgeben.

8

Einschränkungen

Was vermeiden? Welche Grenzen gelten?

9

Qualitätskriterien

Woran wird das Ergebnis gemessen?

10

Nächster Schritt

Welche konkrete Ausgabe wird erwartet?

Beispielprompt — Rad & Werk

Du bist Marketingberater. Eine kleine Fahrradwerkstatt namens
„Rad & Werk" möchte eine neue Website-Unterseite zum Thema
E-Bike-Service erstellen. Die Seite soll verständlich erklären,
welche Leistungen angeboten werden: Inspektion, Akku-Check,
Software-Update, Bremsenprüfung und Beratung.

Zielgruppe sind Kundinnen und Kunden aus der Region.
Ton: freundlich, kompetent, nicht übertrieben werblich.

Ergebnis: Überschrift, Kurztext mit maximal 900 Zeichen
und 5 Bulletpoints.

Warum dieser Prompt besser ist

Er nennt eine klare Rolle (Marketingberater), liefert Kontext (Fahrradwerkstatt „Rad & Werk", E-Bike-Service), beschreibt eine konkrete Aufgabe (Website-Unterseite mit klar genannten Leistungen), definiert die Zielgruppe (Kundinnen und Kunden aus der Region), gibt Tonalität und Grenzen vor (freundlich, kompetent, „nicht übertrieben werblich") und legt ein präzises Ausgabeformat fest (Überschrift, ≤ 900 Zeichen, 5 Bulletpoints). Das Modell muss nichts mehr raten — es kann gezielt liefern.

05 Prozess

Vom Prompt zum Workflow

Produktive KI-Arbeit besteht selten aus einem einzigen Prompt. Sie ist ein Prozess aus mehreren Schritten — vom Briefing bis zur Freigabe. Der Mensch behält dabei Ziel, Bewertung und Verantwortung.

1 Briefing 2 Recherche 3 Struktur 4 Entwurf 5 Kritik 6 Überarbeitung 7 Faktencheck 8 Freigabe 9 Export

Wo solche Workflows helfen

Website-Unterseite erstellen

Vom Briefing über Struktur und Text bis zu HTML, Test und Veröffentlichung.

Präsentation vorbereiten

Kernbotschaft, Gliederung, Folientexte und Sprechnotizen Schritt für Schritt.

Landingpage prüfen

Struktur, Klarheit, Tonalität und Schwachstellen systematisch durchgehen.

Bewerbungsunterlagen verbessern

Profilabgleich, Entwurf, Tonalität und finale Prüfung durch den Menschen.

Chatbot testen

Testfragen entwerfen, Antworten bewerten, Schwachstellen dokumentieren.

Code-Sprint mit Abschlussbericht

Aufgabe, Umsetzung, Test und ein nachvollziehbarer Abschlussbericht.

Verantwortung bleibt beim Menschen

Das Modell liefert Entwürfe und Tempo. Ziel, Bewertung, Freigabe und Verantwortung bleiben in jedem Schritt beim Menschen.

06 Quellen

Grounded LLM, RAG & Quellen

Wie verlässlich eine Antwort ist, hängt stark davon ab, worauf sie sich stützt. Genau hier setzen Grounding und RAG an.

Ausgangslage

Normales LLM

Antwortet aus seinem Modellwissen und dem aktuellen Kontext. Praktisch und schnell — aber ohne Garantie, dass die Information aktuell oder belegt ist.

Verbesserung

Grounded LLM

Stützt Antworten zusätzlich auf bereitgestellte Quellen: Dokumente, Suchergebnisse oder Datenbanken. Das senkt das Risiko falscher Antworten — ersetzt die Prüfung aber nicht.

Verfahren

RAG

Retrieval-Augmented Generation: Erst werden passende Informationen gesucht (Retrieval), dann erzeugt das Modell daraus eine Antwort (Generation).

Beispiele

In der Praxis

Chat über ein PDF, Suche in Google Drive, Analyse einer Wissensdatenbank oder eine Antwort mit Quellenangaben.

Beispiel: Onboarding-Handbuch

Ein Unternehmen stellt ein Onboarding-Handbuch für neue Mitarbeitende bereit. Ein grounded LLM kann Fragen dazu beantworten, indem es sich auf dieses Dokument stützt. Wenn eine Information nicht im Handbuch steht, sollte die Antwort transparent machen, dass dazu keine Quelle vorliegt — etwa: „Dazu finde ich im Dokument keine Angabe."

Merksatz

Je näher die KI an geprüften Quellen arbeitet, desto belastbarer wird das Ergebnis — aber die Verantwortung bleibt beim Menschen.

07 Format

Markdown & .md-Dateien

.md steht für Markdown — ein einfaches Textformat für strukturierte Inhalte. Überschriften, Listen, Tabellen, Links und Code lassen sich ohne komplexes Layout schreiben.

Einfach & lesbar

Reiner Text mit ein paar Zeichen für Struktur — gut lesbar für Menschen und KI-Systeme gleichermaßen.

Vielseitig nutzbar

Ideal für Projektbriefings, Dokumentationen, README-Dateien, Claude-Code-Prompts, Skills, Checklisten und Arbeitsanweisungen.

Wiederverwendbar

Einmal sauber geschrieben, immer wieder einsetzbar — die Grundlage für verlässliche, wiederholbare KI-Arbeit.

# Projektbriefing Newsletter

## Ziel

Wir erstellen einen kurzen Newsletter für Kundinnen und Kunden.

## Thema

Neue Öffnungszeiten im Sommer.

## Zielgruppe

Bestandskunden eines kleinen Dienstleistungsbetriebs.

## Anforderungen

* freundlich formuliert
* maximal 1.000 Zeichen
* klare Öffnungszeiten nennen
* keine übertriebene Werbung

## Ergebnis

Betreffzeile, Einleitung, Haupttext und kurzer Abschluss.
Warum

Klare Überschriften helfen

Überschriften gliedern den Inhalt und zeigen Mensch wie Modell sofort, was wo steht — Orientierung ohne langes Lesen.

Warum

Ziel, Kontext, Regeln, Ergebnis

Diese Abschnitte beantworten die wichtigsten Fragen vorab — das Modell muss weniger raten und liefert gezielter.

Warum

Wiederverwendbare Anweisungen

Als .md gespeicherte Briefings lassen sich kopieren, anpassen und teilen — ideal für wiederkehrende KI-Aufgaben.

08 Wiederverwendbarkeit

Skills: beschreiben, erstellen & nutzen

Ein Skill ist eine wiederverwendbare Arbeitsanweisung oder Fähigkeit für eine bestimmte Aufgabe. Statt jedes Mal alles neu zu erklären, werden Regeln, Ziel, Vorgehen, Qualitätskriterien und Ausgabeformat einmal sauber beschrieben.

Je nach Plattform unterschiedlich umgesetzt

Skills können verschieden realisiert sein — als gespeicherte Anweisung, Projektdatei, Markdown-Dokument, Custom GPT, Claude-Projekt, Agenten-Anweisung oder wiederverwendbarer Prompt. Das Prinzip bleibt gleich: einmal klar beschreiben, mehrfach verlässlich nutzen.

Was

Was ist ein Skill?

Eine festgehaltene, wiederverwendbare Vorgehensweise für eine wiederkehrende Aufgabe — mit Ziel, Regeln und Ergebnisformat.

Wofür

Wofür nutzt man Skills?

Um Qualität konstant zu halten, Zeit zu sparen und denselben Standard immer wieder anwenden zu können.

Inhalt

Was gehört hinein?

Ziel, Kontext, Regeln, Vorgehen, Qualitätskriterien und ein klar definiertes Ausgabeformat.

Beispiele für Skills

Website-Sprint Projektseite

Unterseite erstellen oder verbessern — nach festen Regeln.

Landingpage prüfen

Struktur, Klarheit und Schwachstellen systematisch checken.

Bewerbungsanschreiben optimieren

Profilabgleich, Tonalität und Feinschliff in einem Ablauf.

Chatbot-Testfragen erstellen

Systematische Testfälle für Qualität und Grenzen.

Datenschutzsensiblen Text prüfen

Heikle Inhalte auf Vorsicht und Formulierung gegenchecken.

Codeänderung mit Abschlussbericht

Umsetzen, testen und nachvollziehbar dokumentieren.

# Skill: Website-Sprint Projektseite

## Ziel

Eine bestehende Projektseite verbessern oder eine neue
Informationsseite erstellen.

## Regeln

* keine externen Fonts
* keine externen Skripte
* bestehende Navigation nicht beschädigen
* mobile Ansicht prüfen
* nur notwendige Dateien ändern

## Vorgehen

1. Bestand prüfen
2. Änderung planen
3. Umsetzung durchführen
4. Desktop und Mobile testen
5. Abschlussbericht schreiben

## Abschlussbericht

* geänderte Dateien
* umgesetzte Inhalte
* Tests
* offene Punkte
09 Anbindung

Konnektoren: Drive, Gmail, Kalender & mehr

Konnektoren verbinden KI-Systeme mit externen Arbeitsquellen — etwa Google Drive, Gmail, Google Kalender, GitHub, Notion, Slack oder lokalen Dateien. Damit kann die KI mit echten Inhalten arbeiten, statt nur aus dem Modellwissen zu schöpfen.

Nutzen
  • Dokumente finden und zusammenfassen
  • E-Mails analysieren oder Entwürfe vorbereiten
  • Termine und Aufgaben einordnen
  • Projektdateien lesen
  • Wissensquellen gezielt nutzen
Risiken
  • Datenschutz
  • Rechte und Freigaben
  • Sensible Inhalte
  • Falsche Datei oder veraltete Version
  • Zu weitreichender Zugriff

Beispiel: Google-Drive-Projektordner

Ein Team speichert Protokolle, Präsentationen und Aufgabenlisten in einem Google-Drive-Projektordner. Ein KI-Assistent kann helfen, die passende Datei zu finden, Protokolle zusammenzufassen oder offene Aufgaben aus mehreren Dokumenten zu extrahieren.

Vor Nutzung eines Konnektors prüfen

  • Welche Daten werden zugänglich?
  • Ist der Zugriff überhaupt notwendig?
  • Sind personenbezogene oder vertrauliche Daten enthalten?
  • Darf die KI diese Inhalte verarbeiten?
  • Wird das Ergebnis anschließend geprüft?
  • Wird nichts automatisch veröffentlicht oder versendet?
10 Werkzeuge

Tool-Kompass: welches Werkzeug wofür?

Eine grobe Orientierung — je nach Version, Plan und verfügbarer Funktion können sich Möglichkeiten unterscheiden. Diese Übersicht zeigt typische Stärken, ersetzt aber keinen eigenen Test im konkreten Anwendungsfall.

Werkzeug Besonders stark für Worauf achten?
ChatGPT Vielseitiger Assistent für Dialog, Schreiben, Analyse, Recherche, Lernen, Bilder, Dateien und Projektarbeit — stark als Sparringspartner und Erklärer. Funktionsumfang hängt von Version und Plan ab. Ergebnisse und Quellen prüfen.
Codex KI-gestützte Coding-Unterstützung: Code schreiben, erklären, refactoren, testen und Änderungen vorbereiten. Am stärksten bei klaren Aufgaben, mit Tests und Review-Schritten.
Claude Lange Texte, Dokumentarbeit, strukturierte Projektarbeit, Analyse und kontextreiche Aufgaben — gut für Briefings, Konzepte, Produkttexte und Workflows. Kontext klar mitgeben. Auch hier gilt: prüfen und einordnen.
Claude Code Arbeit an Codeprojekten: Website-Sprints, Refactoring, Fehleranalyse, Tests und Abschlussberichte — wenn Dateien geprüft, geändert und getestet werden sollen. Änderungen gezielt freigeben und testen. Nichts ungeprüft übernehmen.
Claude Design / Artifacts Visuelle oder interaktive Entwürfe, Prototypen, Layoutideen und kleine Tools — wenn Ideen sichtbar gemacht statt nur beschrieben werden sollen. Prototyp ist nicht Produktion. Vor Live-Einsatz prüfen und absichern.
Claude Cowork Arbeitsmodus für längere, gemeinsame, kontextreiche Projektarbeit: Planung, Recherche, Dokumente, Aufgabenstruktur und Zusammenarbeit. Verfügbarkeit und Funktionen können je nach Oberfläche variieren.
Gemini Sprachmodell von Google — sinnvoll im Google-Ökosystem, für Recherche, Zusammenfassungen, multimodale Aufgaben und Arbeit mit Google-Diensten. Ergebnisse prüfen, Quellen beachten, Datenschutz berücksichtigen.

Auf kleinen Bildschirmen lässt sich die Tabelle seitlich scrollen.

Keine Feature-Garantien

Die genannten Werkzeuge entwickeln sich schnell weiter. Diese Einordnung beschreibt typische Einsatzfelder — was konkret verfügbar ist, hängt von Version, Plan und Region ab und sollte im Zweifel direkt geprüft werden.

11 Organisation

Arbeiten mit KI im Unternehmen

KI ist nicht nur Tool-Nutzung, sondern Prozessgestaltung. Entscheidend sind Rollen, Verantwortlichkeiten, Datenschutz, Freigaben, Dokumentation und Schulung — damit aus einzelnen Experimenten verlässliche Abläufe werden.

Prompt-Guidelines

Gemeinsame Standards, wie Prompts aufgebaut werden — für gleichbleibende Qualität im Team.

Freigabeprozesse

Klar geregelt, wer KI-Ergebnisse prüft und freigibt, bevor sie verwendet werden.

Wissensdatenbanken

Geprüfte Quellen, auf die KI sich stützen kann — die Basis für belastbares Grounding.

Schulungen

Mitarbeitende befähigen, KI sinnvoll, kritisch und sicher einzusetzen.

Qualitätskontrolle

Ergebnisse stichprobenartig und systematisch auf Richtigkeit prüfen.

Human-in-the-loop

Der Mensch bleibt eingebunden: bewertet, entscheidet und verantwortet.

Dokumentation der KI-Nutzung

Nachvollziehbar festhalten, wo und wie KI eingesetzt wurde.

Kennzeichnung

KI-generierte Inhalte kennzeichnen, wo es relevant oder gefordert ist.

12 Praxis

Gute Workflows: drei Beispiele

Drei konkrete Abläufe zeigen, wie aus einzelnen Schritten ein verlässlicher Prozess wird — immer mit dem Menschen an den entscheidenden Stellen.

Landingpage erstellen

1 Briefing 2 Zielgruppe 3 Struktur 4 Text 5 Design 6 HTML/CSS 7 Test 8 Veröffentlichung

E-Mail oder Bewerbung vorbereiten

1 Stellenausschreibung 2 Profilabgleich 3 Entwurf 4 Tonalität 5 Prüfung 6 Freigabe durch Mensch

Code-Sprint mit Claude Code oder Codex

1 Aufgabe 2 Projektstruktur prüfen 3 Dateien identifizieren 4 Änderung umsetzen 5 Test 6 Abschlussbericht 7 Review
13 Verantwortung

Sicherheit, Datenschutz & Verantwortung

KI kann viel beschleunigen — aber sie entlässt niemanden aus der Verantwortung. Diese Punkte gehören bei jedem ernsthaften KI-Einsatz dazu.

Keine sensiblen Daten ohne Grundlage

Personenbezogene oder vertrauliche Daten nur mit Rechtsgrundlage oder Freigabe eingeben — niemals unbedacht.

Nichts ungeprüft übernehmen

KI-Antworten sind Entwürfe, keine Endergebnisse. Vor der Verwendung prüfen und einordnen.

Quellen prüfen

Behauptungen gegen verlässliche Quellen abgleichen — gerade bei Zahlen, Zitaten und Fakten.

Besondere Vorsicht

Bei Recht, Medizin, Finanzen und Personal gilt: Fachprüfung statt blindes Vertrauen.

KI entscheidet nicht allein

Sie unterstützt die Entscheidung — treffen und verantworten muss sie der Mensch.

Ergebnisse dokumentieren

Wenn KI-Ergebnisse im Unternehmen verwendet werden, nachvollziehbar festhalten — wer, was, womit.

Grundprinzip

KI kann unterstützen, aber nicht allein entscheiden. Der Mensch bleibt verantwortlich.

Auf einen Blick

Zwei Leitlinien zum Mitnehmen

Zwei einfache Ketten fassen den Kern dieses Kompasses zusammen — eine für den einzelnen Auftrag, eine für die produktive Arbeitsumgebung.

Vom Auftrag zum geprüften Ergebnis

1 Prompt 2 Kontext 3 Antwort 4 Prüfung 5 Ergebnis

Vom Baustein zum Workflow

1 Datei 2 Skill 3 Konnektor 4 Workflow

Klares Ziel. Sauberer Kontext. Verantwortungsvolle Prüfung.

Sprachmodelle sind starke Werkzeuge — aber sie ersetzen weder Prüfung noch Entscheidung. Wer Ziel, Kontext und Kontrolle in der Hand behält, macht aus einem Chatfenster einen produktiven Denk- und Arbeitspartner.

Gute KI-Arbeit beginnt nicht mit dem perfekten Tool, sondern mit einem klaren Ziel, sauberem Kontext und verantwortungsvoller Prüfung.

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