IbetMax Präsentationsreihe · Methoden
Agiles
Arbeiten
Scrum, Kanban und iterative Zusammenarbeit – verständlich erklärt, mit Blick auf KI-Projekte.
Claus Günnewig
www.ibetmax.com
Wer steht hier vorne?
Claus Günnewig
Projekte steuern – heute mit einem KI-Team.
Über 25 Jahre
Verwaltung, Finanzen, HR und Kommunikation, zuletzt als Prokurist bei Krämer Marktforschung.
KI-Manager (TÜV)
Manager für angewandte KI-Transformation, mit Projektarbeit.
Mission Control
Alle Projekte mit Stand und nächstem Schritt – täglich abgeglichen.
Kleine Schritte
Jede Präsentation dieser Reihe entstand in kurzen Feedback-Runden.
Fahrplan
Kleine Schritte, schnelles Feedback
Was agil heißt
Haltung, Prinzipien, Manifest
Scrum
Product Owner, Scrum Master, Team, Sprint
Kanban & Lean
Board, Grenzen, Fluss
MVP & Definition of Done
klein starten, sauber abschließen
Agil mit KI
warum es bei KI-Projekten passt
Grenzen
wann Agilität nicht funktioniert

Überblick
Das große Bild
Prinzipien, Rollen, ein Kreislauf in acht Schritten und drei Begriffe, die man kennen sollte. Den Rest dieser Präsentation gehen wir Stück für Stück durch.
Kapitel 1
Was agil heißt
Nicht alles vorab durchplanen, sondern in kurzen, überprüfbaren Schritten vorgehen – und unterwegs lernen.
Kapitel 1 · Zwei Arten zu planen
Wasserfall oder agil?
Wasserfall
Alles wird vorab festgelegt. Ob es passt, zeigt sich oft erst am Ende.
Agil
Kurze Runden mit überprüfbarem Ergebnis. Jede Runde verbessert die nächste.
Wasserfall ist nicht falsch – er passt, wenn das Ziel klar und stabil ist. Agil passt, wenn sich unterwegs vieles ändert.
Kapitel 1 · Prinzipien
Woran man agiles Arbeiten erkennt
Iterativ
In kleinen, abgeschlossenen Schritten. Jede Runde liefert ein prüfbares Ergebnis.
Transparent
Fortschritt und Hindernisse sind für alle sichtbar.
Kundennah
Frühes Feedback statt später Überraschungen.
Lernorientiert
Nicht nur das Produkt verbessern, auch die Zusammenarbeit.
Kapitel 1 · Haltung · 2001
Das Agile Manifest: vier Werte
Scrum und Kanban sind Werkzeuge. Agilität ist zuerst eine Haltung.
Die rechte Seite hat ihren Platz – die linke wird höher geschätzt. Formuliert 2001 für Software, heute weit darüber hinaus gültig.
Kapitel 2
Scrum
Ein Rahmenwerk für komplexe Projekte: drei Verantwortlichkeiten, fünf Termine, drei Artefakte.
Kapitel 2 · Verantwortlichkeiten
Drei Rollen, ein Team
Product Owner
Verantwortet den Wert des Produkts. Pflegt und priorisiert das Product Backlog und entscheidet, was als Nächstes kommt.
Scrum Master
Sorgt dafür, dass Scrum funktioniert. Schützt das Team vor Störungen und räumt Hindernisse aus dem Weg.
Entwicklungsteam
Setzt um und liefert am Ende jedes Sprints ein fertiges Ergebnis – selbstorganisiert. Im Scrum Guide heißen sie „Developers“.
Keine Hierarchie, sondern klare Verantwortung: Was entscheidet der Product Owner, wie entscheidet das Team.
Kapitel 2 · Product Owner
Der Product Owner: Stimme des Nutzens
Aufgaben
- Ein klares Produktziel formulieren
- Das Backlog pflegen und nach Nutzen sortieren
- Anforderungen verständlich beschreiben
- Mit Nutzern und Stakeholdern sprechen
- Ergebnisse im Review abnehmen
- Nein sagen – damit das Wichtige zuerst kommt
Eine User Story
Treffer in unter zwei Sekunden · Quelle wird angezeigt · funktioniert auf dem Handy
Kapitel 2 · Sprint
Ein Sprint: ein Ziel, eine feste Zeit
Ein bis vier Wochen. Am Ende steht ein überprüfbares Ergebnis – das Inkrement.
Sprintziel und Umfang festlegen.
15 Minuten: Wo stehen wir, was hakt?
Ergebnis mit den Beteiligten ansehen.
Wie arbeiten wir beim nächsten Mal besser?
Kapitel 2 · Animation aus der Wissenskarte
Ein Sprint als lernender Kreislauf
Ein Sprint als lernender Kreislauf
Backlog ordnen
Aufgaben nach Nutzen priorisieren und verständlich beschreiben.
Sprint planen
Ein gemeinsames Ziel und einen realistischen Arbeitsumfang vereinbaren.
Zusammenarbeiten
Aufgaben umsetzen, Hindernisse sichtbar machen und sich abstimmen.
Ergebnis ansehen
Im Review das Ergebnis gemeinsam mit den Beteiligten bewerten.
Arbeitsweise verbessern
In der Retrospektive Verbesserungen vereinbaren und in den nächsten Sprint mitnehmen.
Kapitel 2 · Artefakte
Was Scrum sichtbar macht
Product Backlog
Alle Anforderungen, Ideen und Aufgaben – sortiert nach Nutzen, Aufwand und Zielbeitrag.
Sprint Backlog
Was sich das Team für diesen Sprint vorgenommen hat – und wie es dorthin kommt.
Inkrement
Das fertige, nutzbare Ergebnis am Ende des Sprints – erfüllt die Definition of Done.
Mehrere Teams?
Für große Vorhaben gibt es skalierte Rahmenwerke wie SAFe, LeSS, Nexus oder Scrum@Scale. Sie stimmen Sprints und Backlogs über Teamgrenzen hinweg ab.
Kapitel 3
Kanban & Lean
Arbeit sichtbar machen, gleichzeitige Aufgaben begrenzen, den Fluss verbessern.
Kapitel 3 · Kanban
Das Kanban-Board: Arbeit wird sichtbar
To Do 3
Trainingsdaten sichten
Nutzerinterviews planen
Datenquellen dokumentieren
In Arbeit 2 / 2
Prompts optimieren
Testdaten bereinigen
Review 1 / 2
Feedback zum Prototyp einholen
Done 2
Use Case definiert
Datenschutz geprüft
„In Arbeit“ ist voll: Erst wenn hier etwas fertig wird, darf Neues nachrücken. Das Hindernis bei den Testdaten fällt sofort auf.
Kapitel 3 · Spielregeln
Fünf Regeln, die Kanban wirksam machen
jede Aufgabe auf einer Karte
wenige Aufgaben gleichzeitig
Engpässe erkennen und lösen
wann ist etwas „fertig“?
Schritt für Schritt, gemeinsam
WIP heißt „Work in Progress“
Wer alles gleichzeitig anfängt, wird mit nichts fertig. Eine Obergrenze pro Spalte erzwingt Fokus.
Kapitel 3 · Vergleich
Scrum oder Kanban?
| Scrum | Kanban | |
|---|---|---|
| Takt | feste Sprints (1–4 Wochen) | laufender Fluss, kein fester Takt |
| Rollen | Product Owner, Scrum Master, Team | keine Pflichtrollen |
| Planung | am Sprintanfang | laufend, wenn Kapazität frei wird |
| Änderungen | möglichst nicht im laufenden Sprint | jederzeit möglich |
| Steuerung | Sprintziel und Inkrement | WIP-Grenzen und Durchlaufzeit |
| Passt für | Produktentwicklung, Projekte mit Zielen | Service, Support, laufende Aufgaben |
In der Praxis wird oft gemischt: Sprints mit einem Kanban-Board – manchmal „Scrumban“ genannt.
Kapitel 3 · Lean
Lean: Verschwendung vermeiden
Aus dem Toyota-Produktionssystem übertragen auf Wissensarbeit – fünf Prinzipien.
Was braucht die Kundin wirklich?
Welche Schritte schaffen Wert, welche nicht?
ohne Wartezeiten und Übergaben
Arbeit ziehen, wenn Kapazität da ist
Kaizen: dauerhaft verbessern
Kapitel 4
MVP & Definition of Done
Klein starten, sauber abschließen – und das Ganze im Alltag sichtbar halten.
Kapitel 4 · Zwei Konzepte
Worauf konzentrieren wir uns – und wann ist es fertig?
Die kleinste sinnvolle Version
Nicht perfekt, aber gut genug, um etwas zu lernen. Im KI-Kontext oft ein einfacher Prototyp für genau einen Use Case.
Gemeinsame Kriterien für „fertig“
- getestet
- dokumentiert
- abgestimmt und abgenommen
- auf dem Handy geprüft (bei Webseiten)
Was für das eine Team „fertig“ heißt, ist für das andere noch halb offen. Die DoD macht es für alle gleich.
Kapitel 4 · Praxisbeispiel
Agil im Alltag: Mission Control
Backlog
Jedes Projekt mit Status, Verantwortlichem und genau einem nächsten Schritt.
Daily
Jeden Morgen gleicht Mother alles ab, Mona legt in der Morgenroutine die Freigaben vor.
Entscheidungslog
Jede Entscheidung datiert in der Projektakte – das Gedächtnis des Projekts.
Diese Präsentationsreihe – agil entstanden
- Ein Tag, fünf Präsentationen, viele kleine Runden
- Nach jeder Runde: ansehen, Feedback, nachbessern
- Kurze Wege: „Fotos weiter herauszoomen“ – zehn Minuten später erledigt
- Was gelernt wurde, steht in den Projektregeln
Kapitel 5
Agil mit KI
KI-Projekte lassen sich selten vorab durchplanen. Genau da spielt agiles Arbeiten seine Stärken aus.
Kapitel 5 · KI-Projekte
Warum agil bei KI-Projekten?
Modelle, Tools, Datenqualität, Recht und Akzeptanz verändern sich während des Projekts.
Schnellere Prototypen
Erste Demos entstehen früh – auch wenn sie nicht perfekt sind.
Früheres Feedback
Fachabteilungen korrigieren, bevor viel investiert wurde.
Bessere Anpassung
Neue Erkenntnisse fließen direkt in den nächsten Sprint.
Mehr Transparenz
Alle sehen, woran gearbeitet wird.
Weniger Risiko
Kleine Schritte, kleine Risiken.
Bessere Verbindung
Technik, Fachbereich und Management an einem Tisch.
Kapitel 5 · Werkzeug
Wo KI agilen Teams hilft
Gute Helfer
- User Stories und Akzeptanzkriterien entwerfen
- Notizen aus Daily und Review zusammenfassen
- Retro-Ergebnisse nach Themen ordnen
- Backlog auf Dubletten und Lücken prüfen
- Testfälle aus Anforderungen ableiten
Bleibt beim Menschen
- Prioritäten setzen – das ist Product-Owner-Arbeit
- Entscheidungen im Team treffen
- Vertrauen und offene Retros
- Vertrauliches nur in freigegebene Tools
Kapitel 6
Grenzen der Agilität
Agile Methoden sind kein Allheilmittel – und „agil“ ist kein Etikett für den alten Plan.
Kapitel 6 · Selbsttest
Woran man agile Teams erkennt
Zehn Merkmale – wie viele treffen auf Ihr Team zu?
- ✓Tägliche kurze Stand-ups
- ✓Sichtbares Board
- ✓Offene Retrospektiven
- ✓Schnelle Entscheidungswege
- ✓Klare Definition of Done
- ✓Priorisiertes Backlog
- ✓Regelmäßige Reviews
- ✓Fehler als Lernchance
- ✓Kunden aktiv einbezogen
- ✓Autonomie statt Mikro-Management
Kapitel 6 · Stolpersteine
Wann Agilität nicht funktioniert
Hochregulierte Umgebungen
Starre Compliance lässt schnelle Iterationen oft nicht zu.
Fehlendes Management-Commitment
Retros ohne Konsequenz, Sprints als Alibi für Wasserfall.
Fester Umfang, fester Preis
Festpreisverträge kollidieren mit wechselnden Anforderungen.
Ständig wechselnde Teams
Selbstorganisation braucht Zeit und Vertrauen.
Silos
Ohne geteiltes Wissen bleibt Zusammenarbeit Wunschdenken.
Meeting-Overhead
Zu viele Termine erzeugen mehr Aufwand als Wert.
Zum Schluss
Agilität ist kein Selbstzweck.
Agil heißt nicht Chaos, sondern bewusste Struktur in bewegten Projekten. Der Wert entsteht nicht durch Meetings oder Begriffe, sondern durch Transparenz, Feedback und kontinuierliche Verbesserung.
Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit
Und jetzt: Retrospektive – was nehmen Sie mit?
Claus Günnewig
www.ibetmax.com